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2017 "Der Troubadour"

vergangene Projekte

Der Troubadour

lyrisches Drama von Guiseppe Verdi

Besetzung:

Manrico (der Troubadour)
Graf von Luna
Leonora
Azurcena
Ferrando
Ines'
Ruiz

Unser Dank gilt ebenfalls

den Ballett- Tänzerinnen des "Tanzstudio Julia"
den Damen der Frauenchöre Klein Schierstedt und Harmonie Wulfen
den Herren des "Zöllner Männerchores Bernburg e. V."
unseren vielen Unterstützern, welche dieses Projekt durch Ihr Engagement erst ermöglichten
und selbstverständlich auch unseren treuen Zuschauern

 
 
 
 

Mitteldeutsche Zeitung vom 15. August 2017

Ein Dreigroschenroman?

Kultur
Kraftvolle Stimmen lassen die 160 Minuten des „Troubadour“ in der Dröbeler Kirche für die Zuhörer wie im Flug vergehen.

von Sophia Möbes

Dröbel/ MZ Die Opern des berühmten Komponisten Guiseppe Verdi erfreuen sich noch bis heute großer Beliebtheit. Am letzten Wochenende waren gleich zwei seiner Werke in Bernburg zu sehen, „Nabucco“ am Sonnabend als große Inszenierung auf dem Schlosshof und der „Troubadour“ am Sonntag in einer gewollt kleinen Besetzung in der Kirche St. Stephan in Dröbel. Seit 2002 organisieren Peter Blail als künstlerischer und Joachim Diemer als musikalischer Leiter in dieser Kirche in jedem Sommer das Projekt „Oper in der Kirche“ in einer Klavierfassung. Bekannte Sänger übernehmen neben den hiesigen Peter Blail und Marita Biermann die Partien, unterstützt durch den Kammerchor des Zällner Männerchores sowie Mitglieder der Frauenchöre aus Klein Schierstedt und Wolfen, optisch wirkungsvoll ergänzt mit drei „Tänzerinnen“ des Tanzstudios „Julia“.
Die Oper spielt im 15. Jahrhundert, kurz vor der Reformation. Hinrichtungen Andersdenkender und Hexenverbrennungen waren Alltag in dieser Zeit.
Das beschreibt der italienische Literat Salvatore Cammarano in seinem Libretto zum „Troubadour“. Er zeigt mit diesem Handlungsverlauf auf, wohin Ausgrenzung, Rache, und Intoleranz führen können, vom Veranstalter auch als Mahnung für unsere heutige Zeit gedacht. Ausgangspunkt ist das Trauma der Zigeunerin Azurcena die die Hexenverbrennung ihrer Mutter miterleben musste. „Räche mich“ waren deren letzte Worte an ihre Tochter. Marita Biermann spielte die Rolle dieser gebrochenen Frau überzeugend und mit Bravour. Der Part ihres Sohnes Manrico, der „Troubadour“ wurde vom Leipziger Tenor Thomas Fröb stimmlich hervorragend gemeistert. Sowohl er, als auch der Graf von Luna (Peter Blail) lieben Leonore, die Gräfin von Sargosto (Regina Gössel aus London).
Somit sind Verwicklungen vorprogrammiert. Liebe und Hass, Rache und Unversönlichkeit, Krieg und Tod bestimmen den Verlauf der Oper. Eine Zuschauerin meinte zum Inhalt: „Eigentlich ein Dreigroschenroman, aber schöner gemacht.“ Doch wer auf ein Happyend hofft, wird bei dieser Oper enttäuscht. Zweimal achzig Minuten dauert die Aufführung, dennoch verflog die Zeit ob der „so tollen kraftvollen Stimmen“, meinte ein andere Zuschauerin in der Pause. Thomas Fröb war schön öfter in Bernburg zu erleben, doch wie kommt eine Sopranistin aus London nach Bernburg? Dieses Rätsel löst sich in der Pause. Marita Biermann und Regina Gössel hatten nach dem Studium ihr erstes Engagement gemeinsam in Zwickau. „Dann habe ich nach Bernburg geheiratet und Regina ging gleich nach London, wo sie seit 25 Jahren arbeitet“, erklärte Marita Biermann. Gössel überzeugte das Publikum sowohl mit zarten, zurückhaltenden Tönen als auch mit kraftvollem Gesang und in anspruchsvollen Koloraturen. Auch alle anderen Solisten haben ihre schwierigen Partien souverän gemeistert, sowohl in den Haupt- als auch in den Nebenrollen, ob Peter Blail oder Theresa Zänglein, ob Konstantin Kosakevich oder Simon Hunger, Thomas Müller, Thomas Fricke, Hans Christian Blail.
Den Hauptteil der Arbeit leistete wieder Joachim Diemer am Klavier, teilweise durch Peter Blail unterstützt. Und die Chöre bewiesen einmal mehr, dass ihr Chorleiter Peter Blail eine gute Arbeit leistet.
Das Publikum war beeindruckt und begeistert. Neben häufigem Zwischenapplaus wollte dieser am Schluss nicht enden. Es lohnt sich, die zweite Aufführung am Sonnabend, 19. August, um 17 Uhr zu besuchen, für die es noch Karten gibt.

 
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