2016 "Zar und Zimmermann" - kirche-droebel.net

Direkt zum Seiteninhalt

Hauptmenü:

2016 "Zar und Zimmermann"

vergangene Projekte

Zar und Zimmermann

komische Oper von Albert Lortzing

künstlerischer Leiter, Zar Peter 1. von Russland              Peter Blail
Peter Iwanow, Zimmermannsgeselle                             Thomas Seidel
van Bett, Bürgermeister von Saardam                            Rolf- Udo Kober
Marie, Nichte des Bürgermeisters                                  Josefin Franke
Admiral Lefort, russicher Gesandter                               Konstantin Kosakevich
Lord Syndham, englischer Gesandter                             Andreas Drescher
Marquis de Chateauneuf, französischer Gesandter          Thomas Fröb
Witwe Browe, Werftbesitzerin                                       Marita Blail
musikalischer Leiter                                                     Joachim Diemer


Tanzstudio Julia

Zöllner Männerchor Bernburg

Frauenchor "Harmonie" Wulfen
Frauenchor Klein Schierstedt


Historische Oper in der alten Kirche

Aufführung von "Zar und Zimmermann" begeistert das Publikum in Dröbel.

von Wladimir Griniw (Mitteldeutsche Zeitung vom 16. August 2016)

Hat jemand eine Kirche voller Menschen gesehen, in welcher seit langem kein Gottesdienst mehr stattgefunden hat?
Erlebbar war dies vorigen Sonntag, als in Dröbel die komische Oper "Zar und Zimmermann" aufgeführt wurde.
Sänger Peter Blail und seinen Mitstreitern sowie der evangelischen Kirche, die die Räumlichkeiten für das Spektakel zur Verfügung stellte, ist es zu verdanken, dass die Zuschauer einer Feier des Gesangs, der Musik und nicht zuletzt der Politik beiwohnen durften.
Die Oper, vor fast 200 Jahren von Albert Lortzing geschrieben, erwachte in Dröbel zum neuen Leben mit ganz neuen Akzenten. der englische Gesandte, Lord Syndham, gespielt von Andreas Drescher, aus dem quasi 17. Jahrhundert erwähnt beispielsweise den erst kürzlich entstandenen Begriff Brexit. das Publikum begrßte das mit Lachen und Klatschen. Als der Bürgermeister van Bett - meisterhaft gespielt von Rolf- Udo Kober - sich vor dem russischen Zaren Peter I. (Peter Blail) beugt und dreimal vor diesem auf die Knie ging, konnte man das so interpretieren, dass die russische Macht bis heute in Europa präsent ist. Wunderbar verkörperte Peter Blail die Zweifel des Monarchen, als dieser über die Hinrichtung der Verräter entscheiden sollte. Es ging wahrscheinlich auf den Strelitzen- Aufstand in den 1690er Jahren in Moskowijen zurück. In Wirklichkeit kämpfte Peter I. niemals mit seinem Gewissen. Der Zar ließ 2000 Strelitzen hinrichten, fünf von ihnen enthauptete er selbst. Selbstverständlich kann keine Oper auf der Politik beruhen. Das wäre für die Zuschauer langweilig. Das Hauptthema ist wie immer die Liebe: hier zwischen dem jungen Deserteur Peter Ivanov (Thomas Seidel) und der hübschen Nichte des Bürgermeisters Marie - mit zärtlicher Stimme gesungen von Josefin Franke. Selbstverständlich wird diese Liebe durch die Eifersucht von Peter Ivanov, wunderbar komisch von Thomas Seidel verkörpert, auf die Probe gestellt.
Schön erklangen in der Oper nicht nur einzelne Stimmen sondern auch ihr Sextett.  
Besonders gut kam im Gotteshaus der Gesang der Chöre zur Geltung, eines Männer- und eines Frauenchores.
Sie verstärkten den Gesang der acht professionellen Sängerinnen und Sänger.
Das Publikum war von der Aufführung so begeistert, das es lange Zeit stehend klatschte.

 
Zurück zum Seiteninhalt | Zurück zum Hauptmenü